Sich sorgen ist (k)ein lustiger Sport

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Moderner Breitensport

Manchmal habe ich den Eindruck, dass nicht etwas Fußball die Lieblingssportart der Deutschen ist, sondern sich Sorgen zu machen. Was ich auf Spielplätzen nebenbei an Gesprächen mithöre, wenn ich meinem Kind beim Klettern helfe… Interessant, so würde ich nicht mehr leben wollen. Was es allein an Versicherungen gegen jedwede Art von Übel gibt!?!

Dabei gehört dieser Gedankensport sicherlich nicht zu den positiven Assets in diesem Leben. Niemand würde auf eine to-do Liste “Alles, was ich noch unbedingt tun will, bevor das Leben zu Ende ist” freiwillig schreiben, sich mal besonders intensiv Sorgen zu machen. Bei Dressur-Reiten, Samba-Tanzen oder auf den Mount Everest Klettern würden sich die Geister viel mehr scheiden. Wenn ich jedoch ein wenig nachfrage, wie es denn aussieht, loszulassen, sorgenfreier durchs Leben zu gehen, dann entfernen sich Gesprächs-/ChatpartnerInnen erstaunlich schnell.

Worauf willst Du Dein Leben ausrichten?

Üblicherweise würde ein Blogbeitrag mit “10 Methoden, wie Du Dir weniger Sorgen machst” oder ähnliches als Antwort auf dieses Phänomen folgen. Vielleicht schreibe ich so einen Beitrag irgendwann selbst ;-). Hier möchte ich lieber anregen, über die innere Ausrichtung nachzudenken. Mal ein bisschen provozieren:

Kann es sein, dass 

  • Sorgen oft damit zu tun habe, dass wir Verantwortung spüren, die wir eigentlich nicht tragen können, weil wir innerlich noch nicht erwachsen genug sind? 
  • wir die Verantwortung auch nicht abgeben wollen, bzw. es mühsamer ist, in die Verantwortung hineinzuwachsen, die wir bewusst übernommen haben (gerade mit Kindern)?
  • für viele - gerade in diesen Breitengraden - sich-Sorgen-machen einfach zum Lebensstil gehört?
  • Du Deinem Leben im Hier und Jetzt ausweichst und lieber in der Zukunft schwelgst, was dort alles schief gehen kann?
→ Wenn die Antwort auf diese Fragen eine leichte Tendenz zu einem Ja hat (dabei gibt es kein Alles oder nichts, kein Schwarz oder Weiß), dann stellt sich folgendes Problem ein: Ich kann noch so viele Beiträge im Internet durchforsten, doch letztlich will ich innerlich nicht loslassen.

Wie sieht es bei Dir innerlich aus?

Die Fragen sind gemein. Ich kann den Widerspruch schön spüren: Wenn mein Kind nicht rechtzeitig nach Hause kommt, wenn der Vermieter eine Kündigung ausgesprochen hat, wenn meine Arbeitsstelle möglicherweise wegrationalisiert wird, wenn die Rente nicht reichen wird, wenn meine entfernt wohnenden Eltern pflegebedürftig werden? Mmm, was dann? Dann ist es doch normal und unvermeidlich, wenn die Gedanken um das Problem kreisen!?!

Sorgen helfen nicht weiter - sie drücken nur Deine Energie runter

Alle Lebensereignisse treten ein oder sie treten nicht ein; völlig unabhängig davon, ob wir uns Sorgen gemacht haben, noch machen oder machen werden. Eine schwierige, gerade auch aufwühlende Situation wird nicht einen Deut leichter gelöst. Nur weil alle diesem Breitensport nachgehen, heißt das nicht, er wäre so aufbauend oder hilfreich wie Joggen, Zumba oder Yoga. Um es kurz und knapp auf den Punkt zu bringen: Sorgen sind nicht hilfreich. Sie sind ausschließlich eine zusätzliche Belastung zur eigentlichen Herausforderung, die angegangen werden will/muss.

Leben als eigene Verantwortung

Stattdessen würde ich gerne eine Vision erträumen:
  1. Vom spannenden Leben im Hier und Jetzt,
  2. vom Vertrauen ins Leben,
  3. vom Vertrauen zum eigenen Kind/den eigenen Kindern,
  4. vom Vertrauen in den eigenen Wachstumsprozess,
  5. von der bewussten Entscheidung, welche Verantwortung ich tragen kann und will,
sodass immer dann, wenn eine Tür sich schließt, sich sicher drei neue öffnen.

Gehe Deinen Weg

Vielleicht spricht Dich eine solche Vision im Herzen an. Vielleicht löst sich die Endlosschlaufe in Deinem Kopf dennoch nicht von allein auf (was leider wahrscheinlich ist)?

Dann ist es jetzt an der Zeit, Dir Deine Strategien zu überlegen, wie Du Vertrauen in Dein Leben bringst. Jetzt macht es Sinn, sich Informationen einzuholen, z.B.:

Dazu möchte ich nur anmerken: keine dieser Techniken habe ich getestet. Ich habe hinein gefühlt, ob sich die Seiten gut anfühlen, damit ich sie hier guten Gewissens verlinken kann.

Ich persönlich bin zu Aufstellungen und Coachings gegangen, habe mich in Yoga und Meditation geübt, mir meine Stärken vor Augen gehalten, bereite mich rechtzeitig innerlich auf absehbare Gemengelagen vor, wobei ich ein paar worst-cases schon innerlich einfach akzeptiere. Klar habe ich das alles nicht auf einmal umgesetzt. Nach und nach stellte sich weitestgehendes Vertrauen ein, dass das Leben grundsätzlich für mich machbar ist. Heute bemühe ich mich, mein Kind oder meinen Partner, wann immer ich merke, es könnten sich Sorgen einstellen, wirklich zu spüren und positive Gedanken auszusenden. Auch für Dich wird sich ein passender Weg finden, diese Form von Energiefresser loszulassen. Da bin ich mir sicher.


Herzliche Grüße...



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