Living like a monk - eine einfache Methode, sich selbst zu erden - Teil 1

Bild: freepics

Die einfachste Art, um sich zu erden - trotz durchorganisiertem Alltag


Wenn ich im Internet ein bisschen recherchiere, wie ich weniger gehetzt durch den Alltag komme, dann gibt es Vorschläge wie Sand am Meer. Leider brauchen sie so gut wie alle Zeit. Zeit, die ich zumindest gefühlt nicht habe. Ich stehe auf, mache mich fürs Büro fertig, packe Frühstück ein, stelle mich dem Berufsverkehr, arbeite und versuche dabei körperliche Bedürfnisse nicht ganz zu vergessen, stelle mich dem Berufsverkehr, trinke eine Tasse Kaffee zu Hause, hole meine Tochter ab, spiele mit ihr, versorge sie, gehe einkaufen, mache zu essen, bringe sie ins Bett oder versorge ein wenig den Haushalt UND bin total fertig. Klar hätte ich jetzt - so gegen 22.00 Uhr Zeit. Meditation? Nein danke, Yoga, bitte bloß nicht, morgens um 5.00 Uhr aufstehen, wie das angeblich alle erfolgreichen Menschen tun? Boah, nicht mit meinem Körper... 

Kommt Dir das auch bekannt vor?


Den Alltag nutzen, um zur Ruhe zu kommen 

Wie ein Geschenk des Himmels lief mir ein Video von Marie Kondo über das Zusammenlegen eines T-Shirts über den Weg. Manchmal sind es die ganz einfachen Dinge. Es ist einfach, sich im eigenen Zentrum wahrzunehmen, wieder hier zu leben und nicht nur durchorganisiert den Tag zu durchrennen: den eigenen Haushalt, die eigene körperliche Versorgung selbst zu tun. Tatsächlich dürfte es sogar so sein: je mehr wir selbst bewusst und mit Ruhe verrichten, desto geerdet sind wir.

 

Was meine ich mit geerdet sein?

(Süß fand ich eine amerikanische Bloggerin, die erstmal eine Rundfrage an ihre Leserinnen und Leser startete, was denn für sie geerdet sein hieße. Ich nehme gerne neue Ansichten auf, wenn mir jemand einen Kommentar hinterlassen möchte.)

Für mich ist das ziemlich simpel: Kontakt der Füße mit dem Boden. Meine Füße bewege ich nur auf eigenen Wunsch, was für mich schwieriger ist als gesagt. Wie oft bin ich für andere unterwegs, obwohl ich mein Kind nicht einmal zu den anderen zähle! Dazu gehört emotional auch, dass ich mich weder nach vorne geschoben (z.B. gehetzt) noch nach hinten geschubst (weil so viel am Tag auf einen wartet) fühle. Mein Atem geht ruhig und entspannt.

Eine Physiotherapeutin erklärte mir den Zustand geerdet sein vor einiger Zeit so: vom entspannt Stehen, vom Kontakt der Füße zum Boden saugen - gefühlt - Saugnäpfe von den Füßen zum Boden. Kampfsportler, erfahrene Yogalehrer, Meditationsspezialisten erreichen dieses Gefühl oft nebenbei. Bei Menschen, die gut geerdet sind, sieht man einfach: die haut nichts so schnell von den Füßen.

Die meisten Menschen stehen stattdessen irgendwie. Nachdem ich außerdem gelesen hatte, dass ungefähr 90% der Frauen hierzulande zu enge/kleine Schuhe tragen (wow, 90%!) und ich mir angesehen haben, wie Menschen so stehen, wenn sie täglich im Berufsverkehr warten, da wurde mir sehr bewusst. Die wenigstens stehen geerdet. Männern scheint es da insgesamt besser zu ergehen, ihnen wird anscheinend gesellschaftlich mehr aufrechtes Stehen zugestanden, aber auch hier fiel meine Diagnose "mehrheitlich ungeerdet" aus. 

Geerdet fühlen bringt enorme Vorteile

Sich im eigenen Leben geerdet (oder wenigstens jeden Tag ein paar Minuten) fühlen, bedeutet einen enormen Zuwachs an Lebensqualität und Abbau an Stressgefühlen. 

Hier kommen zwei Posts dazu von der Bloggergröße mymonk, die dies mit anderen Worten erklären: 

Was wir stattdessen tun:

In Zeiten der kapitalistischen Arbeitsteilung und des völligen Komsum-Überflusses lagern wir mehr und mehr unserer eigenen Versorgung aus. Doch wichtig ist, die Delegation nicht völlig ausufern zu lassen. Sicherlich werde ich nicht morgen meine Waschmaschine abschaffen und meine Kleidung selbst waschen. Ich fürchte auch, dass das ein odere andere Fertigessen über meine Schwelle kommt. 

Vollständig sich selbst versorgen würde in der Extreme bedeuten, in Diogenes Tonne zu ziehen, einen Acker für die Selbstversorgung zu haben und jede beliebige Handlung selbst zu tun. Wer stellt schon seine Kleidudng noch selbst her? Für mich wird das sicherlich nie zum Ideal werden. Es geht vielmehr darum, einzelne Handlungen für sich zu erorbern, die ohnehin gemacht werden müssen, und diese mit ein bisschen Bewusstheit zu tun, ohne gleich eine riesige Achtsamkeitübung in Zeitlupe daraus zu machen.

Soweit dazu, im nächsten Post dann mehr dazu, wie zumindest eine Mindest-Erdung im Alltag ohne jahrelangem Kampfsporttraining, endlosen Yogasessions oder wochenlangen Klosterretreats geht (wobei diese Dinge natürlich super sind und enorme Ergebnisse erzeugen können, so man denn die Zeit gerade dafür hat. Mein Kind würde mir solche Maßnahmen nämlich gerade ziemlich übel nehmen.). 

Hier geht es zum Teil 2 von Living like a monk - eine einfache Methode, sich selbst zu erden

Kommentare

  1. Danke für den schönen Beitrag frisch aus einem lebensnahen Alltag :)
    Liebe Grüße Nicole

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